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Laufende Projekte
SNF-Forschungsprojekt:

Hermeneutik des Vertrauens am Lebensende –
Imaginatives Erleben und symbolische Kommunikation in Todesnähe


(in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Pierre Bühler, Prof. em. Dr. Brigitte Boothe, Prof. Dr. Ingolf U. Dalferth, Dr. theol. Andreas Hunziker und Prof. Dr. Ralph Kunz)

Das im Rahmen des NFP 67 durchgeführte Forschungsprojekt untersucht bildhaftes Erleben von Menschen in Todesnähe und fragt nach deren Bedeutung für die seelsorgliche Begleitung. Für die Seelsorge ist es oft schwierig, symbolisch verdichtete Äusserungen von Menschen am Lebensende zu verstehen und auf diese angemessen einzugehen. Dass Menschen in Todesnähe oft von ungewöhnlichem, imaginativem Erleben berichten oder sich in einer symbolischen Sprache mitteilen, bedeutet für die Begleitung Sterbender zugleich eine Herausforderung und eine Chance. Das Verhältnis zwischen Vertrauen und symbolischer Kommunikation ist in diesem Zusammenhang bisher kaum erforscht. Das Projekt möchte diese Lücke schliessen.

Ziel:
Um besser zu verstehen, welche Rolle das Vertrauen als handlungs- und wahrnehmungsformende Einstellung in Sterbeprozessen spielt, untersucht das Projekt unterschiedliche Darstellungs- und Ausdrucksformen imaginativen Erlebens in Todesnähe. Dazu gehören insbesondere Sterbeträume, Sterbebettvisionen und Nahtoderfahrungen. Dabei wird danach gefragt, inwiefern imaginatives Erleben und symbolische Kommunikation in Todesnähe zur Selbstdeutung sowie Verarbeitung des erlebten Kontrollverlusts beitragen. Methodisch setzt das Projekt bei erzählerisch vermittelten Erfahrungen wie Träumen oder Visionen von Menschen in Todesnähe an.

Bedeutung:
Im Projekt wird ein vertieftes Verständnis von vertrauensbasierten Coping-Strategien in Todesnähe und der Symbolsprache des Sterbeerlebens erarbeitet. Auf diese Weise soll praktisches Orientierungswissen und Deutungshilfen für die seelsorgerische und spirituelle Begleitung von Sterbenden erarbeitet werden. Die Studie will einen Beitrag zur Verbesserung der Pastoral Care und der Spiritual Care in der Schweiz leisten.

Im Rahmen des Projekts werden somit Phänomene näher betrachtet und gedeutet, die bei Sterbenden offenbar eine wichtige Rolle spielen, in der Forschung jedoch bislang wenig beachtet wurden. Dies obwohl sie am Lebensende offensichtlich eine wichtige Funktion haben, wenn es um die Verarbeitung einschneidender Erlebnisse wie dem Kontrollverlust oder der Todesangst geht.

Link:


SNF-Forschungsprojekt zu „Sterbenarrativen“ –
Vertiefungsprojekt im Rahmen des NFP 67-Projekts:


Die Lebensendforschung hat die Bedeutung des Erzählens am Lebensende seit Langem erkannt. Dennoch sind die Eigentümlichkeiten von Sterbenarrativen bislang nur punktuell in den Blick gekommen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Narrative von Sterbenden sind wissenschaftlich schwer zugänglich. Sie treten zudem oft in fragmentarischen und „gebrochenen“ Formen auf und sind deshalb leicht zu überhören. Zugleich ist es populärer denn ja, vom eigenen und fremden Sterben zu erzählen. Oft sind es unheilbar Erkrankte, die erzählend von ihrem nahen Lebensende berichten und es auf diese Weise gestalten. Doch auch Hinterbliebene und professionelle Begleiter/innen erzählen vom Sterben. Was zeichnet dieses Erzählen aus? Was bestimmt seine Semantik und Pragmatik? Was unterscheidet Sterbeerzählungen von breiter angelegten biographischen Narrationen und insbesondere von Krankheitserzählungen?

Link:
Sterbenarrative

SNF-Forschungsprojekt „Beten als verleiblichtes Verstehen. Hermeneutische Zugänge zum Ereignis des Gebets“:

Das am Institut für Hermeneutik und Religionsphilosophie und der Professur für Spiritual Care angesiedelte Forschungsprojekt lässt sich von der Vermutung leiten, dass sich im Gebet die Möglichkeiten und Grenzen religiösen Verstehens in paradigmatischer Weise zeigen und exemplarisch untersuchen lassen. Gerade auch in den säkularen Welten heutiger Gesundheitsinstitutionen sind vielfältige Gebetspraktiken zu beobachten. Sie stehen in einem oft merkwürdigen Verhältnis zu den therapeutischen und palliativen Behandlungen, die sie begleiten. Beten antwortet auf den Widersinn von Krankheit, Behinderung, Tod und finaler Trennung. Zugleich erschließen sich in Gebetsvollzügen auf leibsinnliche Art und Weise neue Sichtweisen auf das eigene Leben und Erfahrungen von Trost und Behütetsein. Mit Blick auf die Herausforderungen von Spiritual Care und klinischer Seelsorge möchte die Tagung einen systematisch-theologischen Beitrag in praktischer Absicht leisten und eine genauere Wahrnehmung der oft verkannten Vielfalt an Gebetsphänomenen fördern.

Link:
Beten als verleiblichtes Verstehen